rnz-online vom 22.01.2014:

34 von 48 Kandidaten waren bei der Listenaufstellung 2014 anwesend, Bild: Popanda
34 von 48 Kandidaten waren bei der Listenaufstellung 2014 anwesend, Bild: Popanda

Freie Wähler: Das Ziel sind acht Prozent bei der Gemeinderatswahl

Von Werner Popanda

Mit Nils Weber, Raimund Beisel und Ursula Lorenz an der Spitze einer Liste von insgesamt 48 Kandidaten gehen die Freien Wähler (FW) in den Wahlkampf zur Gemeinderatswahl am 25. Mai. Als Hauptziel nannte Lorenz, dass es nicht bei den zwei FW-Räten, die derzeit im Kommunalparlament aktiv sind, bleiben solle. Das sind zum einen sie selbst - und zwar seit 1996 - und zum anderen Nils Weber, der seit 1980 mit einer Miniunterbrechung Mitglied der Bürgerschaftsvertretung ist.

 

Weber war es auch, der bei dem Nominierungsabend für den ersten Lacher sorgte. Bei der Einzelvorstellung der Bewerber bezeichnete ihn die Ehrenvorsitzende Reinhild Ziegler als "ältesten Stadtrat", was der Angesprochene prompt mit der Korrektur "dienstältester!" konterte.

 

Bei der Vorstellung anderer Kandidaten wurde wiederum deutlich, dass sich Stadträtin Ursula Lorenz offensichtlich erfolgreich als "Menschenfischerin" im Sinne der FW betätigt. Denn es wurde mehrfach darauf hingewiesen, dass es ihre Persönlichkeit und ihre beeindruckende Arbeit im Gemeinderat gewesen sei, die Anlass zum Mitmachen bei den FW gegeben hätten.

Alleine dieser Einzelaspekt sorgte schon für eine Menge Harmonie, die sich denn auch wie ein roter Faden durch die Zusammenkunft in der Neuenheimer Vereinsgaststätte "Zum Achter" zog.

 

Apropos "Achter": Mit acht Prozent bei der kommenden Wahl wäre mindestens ein drittes FW-Mandat so gut wie sicher. Bei der letzten Kommunalwahl erzielte die Fraktion 5,8 Prozent.

Auf sicherem Terrain befand sich jedenfalls Weber, seit März vergangenen Jahres auch FW-Vorsitzender, mit seinem kompakten Rückblick auf die Arbeit des Stadtverbandes. Dieser erntete nämlich ausschließlich Dankesworte.

 

Nach so viel Harmonie zu Beginn überraschte es kaum, dass die Kandidatenwahl am Ende nicht minder einhellig über die Bühne ging. Über die Plätze eins bis zehn wurde ebenso in einem Block abgestimmt wie über die folgenden zehn. Danach waren in einem Block die Plätze 21 bis 48 an der Reihe. Abgestimmt wurde offen, nicht einer der stimmberechtigten 34 FW-Mitglieder wünschte sich eine geheime Wahl. Gegenkandidaten? Fehlanzeige. Gegenstimmen? Null. Enthaltungen? Null. Spätestens jetzt zeigte sich, dass die aus Weber, Beisel, Gebhard von Salmuth, Ziegler und Lorenz bestehende Kommission, welche die Liste im Vorfeld erstellte, ganze Arbeit geleistet hatte.

 

Harmonie herrschte aber auch in Sachen Wahlkampfthemen, die sich am FW-Motto "Wir sind Uni, wir sind Zukunft, wir sind Mittelstand" ausrichten dürften. So will so mancher Kandidat den "Wissenschaftsstandort Heidelberg stärken", sich für einen auch künftig liebenswerten Stadtteil einsetzen oder Handwerk und Gewerbe unterstützen. Bemerkenswert fand Ziegler einerseits, dass alle Stadtteile - auch die Bahnstadt - auf der Liste vertreten sind. Andererseits sei man auch in allen Altersgruppen gut aufgestellt. Für die FW kandidieren, wie aus der Sitzungsvorlage zu erfahren war, "32 Männer und 16 Frauen, 31 Freiberufler, unter anderem sechs Ärzte und fünf Rechtsanwälte, sechs Kandidaten mit Migrationshintergrund, sechs Angestellte, fünf Unternehmer, drei Professoren, vier Handwerker, drei Rentner und zwei Studenten".

Bilder vom letzten Wahlkampftag

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